Kloster Morača
Kloster Morača ist ein serbisch-orthodoxes Kloster aus dem 13. Jahrhundert, das am rechten Ufer des Flusses Morača in der Nähe von Kolašin, Montenegro, liegt. Gegründet 1252 von Stefan Nemanja, zeichnet es sich durch eine festungsartige Steinmauer, romanische Architektur und berühmte Fresken aus verschiedenen Jahrhunderten aus, was es zu einem bedeutenden kulturellen und spirituellen Ort macht.
Geschichte und Architektur des Klosters Morača
Das Kloster Morača wurde 1252 von Stefan Nemanja erbaut, wie eine Inschrift über dem Westeingang belegt. Dieses mystische Sakralgebäude ist von einer hohen Steinmauer umgeben, die einer mittelalterlichen Festung ähnelt, mit Schlafquartieren, die lokale Legenden beherbergen. Einer Erzählung zufolge wurde das Kloster aus besonderem gelbem Stein errichtet, der über eine Menschenkette aus Tušina, mehrere Kilometer entfernt, transportiert wurde.

Der Komplex umfasst die Synodenkirche Uspenja Bogorodice, die kleine Kirche Sveti Nikola und Schlafquartiere. Die Synodenkirche, im Stil der Raška-Kirchen erbaut, verfügt über eine halbkreisförmige Apsis, eine Kuppel und verputzte Wände mit einem römisch inspirierten Haupteingang. Dadurch hebt sich dieses Design von küstennahen Kirchenstilen ab und unterstreicht sein einzigartiges architektonisches Erbe.
Künstlerische Bedeutung und Fresken
Das Kloster Morača ist berühmt für seine Fresken, die aus dem 13., 16. und 18. Jahrhundert stammen. Das älteste und bekannteste ist „Gavran hrani proroka Iliju“ aus dem 13. Jahrhundert, das das Leben des Propheten Ilija darstellt. Weitere bemerkenswerte Werke sind „Pomazivanje careva i proroka“ und „Rodjenje Svetog Jovana krstitelja.“ Darüber hinaus bilden die Fresken aus dem 16. Jahrhundert die größte erhaltene Einheit von Wandmalereien aus dieser Zeit in der Region.

Die Kloster Morača-Malschule ist eine bedeutende Errungenschaft der byzantinischen Kunst. Sie zeichnet sich durch feine Proportionen, nicht-hierarchische Figuren und dicke Linien mit sanften Bewegungen aus. Tatsächlich übertrifft ihre Farbtonmodellierung die von Studenica und Mileševo und zeigt einen plastischen Stil, der die Malerei in der Gegend prägte.
Ikonen und Relikte
Neben Fresken beherbergt das Kloster wertvolle Ikonen aus dem 18. Jahrhundert, wie die von Sveti Sava und Sveti Luka, die zu den besten auf der Balkanhalbinsel zählen. Zu den Relikten gehören die Hand von Sveti Haralampije, gravierte Kreuze, ein Marmortaufbecken und ein Stab, von dem angenommen wird, dass er Sveti Sava gehörte. Ein besonderes Highlight ist ein Walnusskreuz aus dem 16. Jahrhundert im Altar, das angeblich 11 Jahre zur Herstellung benötigte.
Das Kloster Morača bietet Besuchern ein unvergessliches Erlebnis, das Geschichte, Kunst und Spiritualität in einer friedlichen Umgebung vereint.

